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Montag, 30.November 2020

Home Office - Arbeiten mit Risiken und Nebenwirkungen

Home Office - Fluch oder Segen?



Die Corona Krise hat es gezeigt - Home Office Modelle funktionieren besser für viele Unternehmen als bisher gedacht. Alle scheinen glücklich. Arbeitnehmer müssen sich nicht mehr an rigide Arbeitszeiten halten, sondern können ihrem eigenen Biorhythmus folgend abends oder morgens an den Schreibtisch. Nebenbei lassen sich auch Kinderbetreuung und Haushalt besser in die Arbeit von Zuhause aus integrieren. Die Unternehmen sind ebenfalls zufrieden, weil die Arbeitnehmer oft klaglos mehr Arbeitsstunden leisten und sich mittelfristig auch noch Mieten für teure Büroräume einsparen lassen. Vor diesen positiven Erfahrungen werden mögliche Nachteile der Home Office Lösungen gern übersehen. Es gibt auch sie, und sie sollten ausreichend Beachtung finden.


Home Office - nicht für jeden 

Nicht alle Arbeitnehmer sind mit Home-Office Lösungen zufrieden. Immerhin fehlen soziale Kontakte, nicht immer erlaubt die häusliche Umgebung professionelles Arbeiten, und viele private Ablenkungen sind konzentriertem Arbeiten nicht förderlich. Auch in vielen weiteren Bereichen wirft das Home Office oft mehr Fragen auf als es beantwortet. Was gilt jetzt in der häuslichen Umgebung beispielsweise noch als Arbeitsunfall, und wie steht es mit der Kostenverteilung für Strom, Telefon und andere Ressourcen? Missverständnisse durch fehlende direkte persönliche Kontakte zu Kollegen und Führungskräften sind keine seltene Angelegenheit. Auch die viel gelobten Videokonferenzen können das ganz persönliche Gespräch mit Mimik und direkter Augenbeteiligung nicht immer ersetzen. 

Wenn im Home Office die Arbeit vollständig entgrenzt wird

Zunächst einmal eröffnen sich scheinbar fantastische Perspektiven. Arbeiten im Home Office könnte zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Job führen, zu mehr Flexibilität und Selbstverwirklichung. Auf der anderen Seite stehen Selbst- und Fremdausbeutung, Überforderung, ständige Erreichbarkeit und daraus resultierend nicht selten Burn-Out sowie Depression. Nicht selten finden sich Arbeitnehmer im Home Office noch spät abends auf der Couch mit Tablet und Handy - immer im Dienste der Firma. Erholung? Mehr Kontakt zur Familie? Kann alles viel leichter auf der Strecke bleiben als bei den Kollegen, die um 17:30 Uhr die Bürotür im Unternehmen von außen schließen. Dann diese spezielle Form der Einsamkeit des häuslichen Arbeitens. Kommunikation mit Kollegen und Management nur über unpersönliche Medien wie Telefon, Videokonferenz und E-Mail. Missverständnisse sind an der Tagesordnung, wenn sich Menschen so selten persönlich begegnen.

Home Office - werden Arbeitnehmer jetzt noch ersetzbarer? 



Die meisten Schweizer Arbeitnehmer werden sich einer große Gefahr bei Home Office Lösungen noch nicht bewusst sein. Wenn es gleich ist, wo der Arbeitnehmer sitzt, wird so manches Unternehmen sich auch nach Arbeitnehmern in anderen Ländern umsehen. Diese können auch von zu Hause arbeiten, sind vernetzt und verlangen wesentlich weniger Lohn als die heimischen Arbeitnehmer. Unter dem Strich könnte deshalb Home Office dazu führen, dass das Lohnniveau abgesenkt wird und sich der Wettbewerb zwischen Arbeitnehmern verschärft. 

So geht es richtig mit dem Home Office

Tatsächlich können Sie etwas aus dem Modell Home Office machen. Das setzt voraus, dass sich Management und Mitarbeiter die Vorteile sowie Risiken dieses Arbeitsmodells bewusst machen. Feierabend muss es auch im Home Office geben. Das stellen bestimmte Regeln und Rahmenbedingungen für die Arbeit im Home Office sicher. Auch die Home Arbeitnehmer treffen in regelmäßigen Zeitabschnitten im Unternehmen ihre Kollegen und Chefs persönlich zum Austausch. Führungskräfte müssen außerdem ihre Mitarbeiter einschätzen können. Wer hier von seiner Persönlichkeit her zur Überforderung der eigenen Person neigt, ist vielleicht im Home Office nicht wirklich gut aufgehoben. Effektive, motivierte und effiziente Mitarbeiter sind gesunde, vitale Mitarbeiter, die sich regelmäßig ihre Erholung gönnen. Manche Firmen in anderen Ländern bezahlen ihren Mitarbeitern inzwischen mehr, wenn diese 1-2 Stunden mehr schlafen. Sie haben erkannt, dass ausgeschlafene Mitarbeiter einfach mehr leisten. Auch das ist Digitalisierung: Freiräume gewinnen, um die Ressourcen zu erhalten und zu stärken. Das sollten Unternehmen auch beim Home Office nicht vergessen. Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource.


Home Office wird bleiben, aber nicht die einzige Arbeitsform sein 

Mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsformen ist zu begrüßen. Sie unterstützt die Selbstverwirklichung aller Beteiligten und kann auch die Arbeitsleistung steigern. Die derzeitige Begeisterung für Home Office- Lösungen sollte allerdings potenzielle Nachteile und Gefahren dieser Modelle nicht völlig in den Hintergrund treten lassen. Wie so häufig im Leben und in der Welt der Wirtschaft könnten sich Kombinationen aus verschiedenen Arbeitsformen am Ende als besonders sinnvoll für alle Beteiligten erweisen. Warten wir es ab. 


Sie wollen mehr wissen zu Management- und Führungsthemen? Zum effektiven Zeitmanagement und aktuellen Fragen, die sich jedes Unternehmen und jeder Manager heute stellen sollte? Bleiben Sie dran. Mein Blog bringt es regelmäßig für Sie auf den Punkt. 


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Mauro Cosetti

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ÜBER MICH

Ich war 21 Jahre General Manager eines US-amerikanischen Technologieunternehmens und verantwortete dessen Geschäfte in Zentraleuropa. Ich habe den Umsatz des Unternehmens innerhalb von zehn schwierigen Jahren von 60 auf 120 Millionen $ gesteigert. Zu meinem Tagesgeschäft gehörte die Führungsverantwortung für über 300 Mitarbeiter, die in vier verschiedenen Ländern tätig waren. Und trotzdem hatte ich immer Zeit für meine Mitarbeiter, Kunden, Familie, Freunde und meine Hobbies.

MEINE ERFAHRUNG ALS BASIS FÜR PRAKTISCHES WISSEN

Mein Coaching-Projekt war ursprünglich ein Bestandteil meines Lebenstraums. Die ersten praktischen Grundlagen dafür entwickelte ich im Rahmen meiner Führungstätigkeit bei unterschiedlichen Unternehmen und in verschiedenen Führungsrollen. Heute gebe ich mein Wissen und meine Erfahrungen zum Thema Effektivität- und Produktivitätssteigerung als selbstständiger Berater, Coach und Trainer an andere Führungskräfte weiter

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